Rückblick

Buswallfahrt zum Grab des hl. Ansgar

Am Sonntag, dem 1. Februar 2015 verließen zur Eröffnung der 42. St. Ansgar-Woche drei vollbesetzte Busse die Hansestadt, um zu einer ersten Wallfahrt an das Grab des heiligen Ansgar nach Bremen zu starten. Um 8 Uhr hatten sich alle Pilger schon zu einem Morgengebet und Reisesegen mit Diözesanadministrator Ansgar Thim im Mariendom versammelt. In Bremen gab es eine Tasse Kaffee, bevor in der katholischen Hauptkirche St. Johann, einem ursprünglich franziskanischen Gotteshaus, das feierliche Pontifikalamt mit Bischof Bode (Osnabrück), Bischof Aborelius (Stockholm), den Weihbischöfen Werbs und Jaschke und weiteren Konzelebranten begann. Bischof Bode wusste in seiner eindrucksvollen Predigt die Bedeutung Ansgars auch für uns heute anschaulich herauszustellen, und der Gesang der Chöre des St. Marien-Domes und der Pfarrei Katharina von Siena (Leitung: Eberhard Lauer) gab der Feier zusätzlichen Glanz. Eine schlichte Pilgermahlzeit gab Gelegenheit zu Gesprächen, bevor dann für alle drei Busse getrennte „Spirituelle Stadtführungen“ angeboten wurden, die auf interessante Besonderheiten des Bremer Stadtkernes aufmerksam machten. So blieb man in der Nähe des Petri-Domes, in dessen Hochchor  um 15 Uhr eine Ökumenische Abschlussandacht am Grab des Hl. Ansgar stattfand, in der Weihbischof Jaschke uns auf seine Art die Gestalt Ansgars nahe brachte. Zum Schluss wurde hier erstmals das Ansgarlied gesungen, das auch zum Ansgar-Oratorium gehört, das am Samstag, dem 7.2. im Hamburger Mariendom uraufgeführt wird.

Gegen 17.30 Uhr waren alle Busse wohlbehalten in Hamburg zurück.

 

Am 8. September 2014 beging das Hilfsprojekt FUNDACÃO TERRA in Arcoverde in Brasilien ihr 30-jähriges Bestehen. Von Anfang an wurde es von Förderern aus der Gemeinde St. Wilhelm in seinem Wachstum mitverfolgt und unterstützend begleitet. Anlässlich der Jubiläumsfeier zum 30jährigen Bestehen erhielten wir folgenden Bericht:

 

   FUNDAÇÃO TERRA: SEIT 30 JAHREN DA, UM ZU HELFEN           

Von Wellington Santana

Superintendent der Fundação Terra

 Für Gott gibt es niemanden ohne Bedeutung; aber in unserer Gesellschaft können Menschen bedeutungslos werden, u.a. aus sozioökonomischen Gründen. Der Zustand von Armut, in dem viele Menschen leben, ist nicht der Wille Gottes, sondern ist verursacht durch menschliches Handeln, kann daher verändert werden.

Als Pater Airton zu Beginn der 1980er Jahre zu Besuch in die Müllstraße kam, um die Armen zu evangelisieren, geschah es bei der ersten Messe: Kurz nach der Wandlung, im Moment der Hebung der Hostie, begann ein Kind zu weinen und „Plätzchen“ von seiner Mutter zu fordern, was schlicht „Hunger“ bedeutete. Der Pater realisierte, dass die Menschen mehr noch als vom Mangel an Wasser und Nahrung vom Durst und Hunger nach Gerechtigkeit geplagt wurden. Er entschied sich, in ihrer Mitte und wie sie zu wohnen.

Dies war der beste Weg ihnen zu sagen, dass Gott sie liebte; das war die angemessenste Sprache der Evangelisation jenen gegenüber, die von manchen nicht einmal als Menschen betrachtet wurden; jenen gegenüber,  die zum Überleben darauf angewiesen waren, sich von Essensresten aus dem Müll zu ernähren und auf den Straßen betteln zu gehen; die in Hütten aus Pappe, Dosen oder Lehm wohnten; ohne Wasser, Toiletten, Strom, feste Straßen, Schule, medizinische Betreuung und ohne irgendwelche öffentliche Räume; kurz gesagt, am Rande der Gesellschaft und abseits des Fortschritts der westlichen und christlichen Gesellschaft.

Ein Leben mit den Armen heißt, ihnen im täglichen, aber auch im systematischen Sinne zu helfen, und so die Spiritualität eines Dieners Gottes zu leben, menschlich und zugleich christlich. In der Praxis kostete es sehr viel Arbeit, bis zahlreiche Beteiligte diese Lebensweise als authentisch-kirchliche Arbeit anerkannten.

Wenn wir in der Armut eine globale menschliche Herausforderung erkennen, wenn die Armut wirklich zum physischen und in gewisser Weise kulturellen Tod führt, sind wir als Christen aufgerufen, Zeugen der Wiederauferstehung und des Sieges des Lebens über den Tod zu sein.

Als Pater Airton kürzlich in einem Vortrag auf die vergangenen 30 Jahre der Fundação Terra zurückblickte und an die Helfer des Anfangs, wie  Marlene Sobral, erinnerte, da wiederholte Marlene einige Sätze, die ihr Bruder Tita zu einem anderen Anlass gesprochen hatte:  „Am Anfang, als der Pater hierher kam, waren alle etwas misstrauisch und fragten sich, warum dieser gebildete und bis dahin gut ernährte Mann hier leben wollte, sozusagen mitten im Müll, mit ihnen. Aber später, als er anfing zu handeln und den Menschen half, Dinge zu erreichen, gewann er Vertrauen. Als die Leute sahen, wie er Strom und Beleuchtung für Straßen und Häuser erlangte, erkannten sie, dass der Pater sie brauchte und sie den Pater, um Dinge zu erreichen.“

Anfangs sagte jeder von außerhalb, es sei eine Utopie, dass Pater Airton die Dinge hier verändern wolle. Andere sahen in ihm einen ehrgeizigen Verfolger persönlicher politischer Ziele, um vielleicht in Zukunft einmal Bürgermeister von Arcoverde zu werden, und verschlossen ihm nicht nur Türen und Fenster, sondern erschwerten ihm auch alle amtlichen Handlungen, die zur Verbesserung der Lebensbedingungen in der Müllstraße nötig waren. Pater Airton konnte seine Überzeugungen durchsetzen, in dem festen Glauben, dass Armut eine Herausforderung für all jene sei, die den Glauben leben, ein Denkanstoß über die Botschaft Jesu, und dass sie uns anrege, die Hoffnung nie aufzugeben.

Am 8. September 1984 wurde dann offiziell die „Vereinigung Erde“ gegründet, die heute unter dem Namen „Fundação Terra“ handelt. Da die Unterstützung aus Arcoverde minimal war, ging Pater Airton auf die Suche nach Spendern in Brasilien und im Ausland, um das Projekt am Leben zu erhalten und weiterzubringen.

Die Ergebnisse der Arbeit, die die Fundação Terra in diesen 30 Jahren vollbracht hat, sind am meisten für jene sichtbar, die die Vergangenheit der Müllstraße kennen, aber auch für alle jüngeren Besucher und für die Stadt Arcoverde. Dies sind einige der Resultate:

Es werden angeboten:  eine Kinderkrippe, Kleinkinderziehung, Grundschulbildung, Erwachsenenbildung, Berufskurse (Schreinerei, Schweißerei, Elektriker, Maschinenführer, Informatiker usw.), Zusatzkurse in Musik, Tanz, Alphabetisierung, Kampfkunst u.v.m.  800 Kinder in der Stadt und 250 in der Streusiedlung Malhada profitieren davon; zudem werden angeboten: ein Semi-Internat für 30 Kinder, zwei Altenheime in Arcoverde und Sertânia für insgesamt 40 Personen, ein Ernährungssicherungs-Programm, ein Wohnhüttenrenovierungs-Programm, ein Programm zur Errichtung von Sanitäreinrichtungen, juristische Unterstützung und öffentliche Gesundheitstage mit freiwilligen Ärzten aus verschiedenen medizinischen Disziplinen, was insgesamt mehreren tausend Personen Hilfe bietet. Das neue Rehabilitationszentrum Mens Sana hilft nicht nur den Armen aus Arcoverde, sondern ist auch Anlaufstelle für die Bevölkerung aus 13 Städten der strukturschwachen Umgebung.

Die „Fundação Terra“ beschäftigt über 250 Personen direkt und dutzende indirekt über Zulieferer und Dienstleistungen. In all diesen Jahren erhielten wir Millionen von brasilianischen Reais an Spenden, um alle diese Projekte und Dienste am Laufen halten zu können, und dieses Geld kommt ausschließlich von außerhalb.

 Die Fundação Terra existiert nur dank der Unterstützung von Tausenden Personen aus Brasilien und dem Ausland, die an dieses Werk und eine bessere Welt glauben. Allen diesen Menschen sind wir unendlich dankbar und wünschen uns, dass wir mit ihrer Hilfe das Werk des Guten noch lange Zeit fortsetzen können.

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Ökumenischer Gottesdienst

im Rahmen des 24. Bramfelder Stadtteilfestes am Sonntag, dem 06. Juli 2014

 Die Spiele der Fußballweltmeisterschaft hatten die evangelischen Pastoren Jan Bollmann und Dr. Heiko Landwehr von der Thomas- und der Osterkirche dazu inspiriert, in diesem Gottesdienst Gott mit dem um alles besorgten Platzwart zu vergleichen. Von katholischer Seite nahm Herr Klaus Lutterbüse (St. Wilhelm) an dieser liturgischen Feier teil; er hatte die Fürbitten vorbereitet und fügte noch einen Text ein zum „Auftrag der Kirche“. Das Wetter konnte man sich besser nicht wünschen, und musikalisch war der Chor „Gospel on Earth“ unter der Leitung von Guido Rammelkamp mit einbezogen, an Instrumenten unterstützt von Werner Lamm und Winni Kehrer.

Ruth Marx

 

Die letzte Dekanatskonferenz

 Am 19. März hatte Pastor Schröder als verantwortlicher Dechant des Dekanates Hamburg Nord seine Mitbrüder und die hauptamtlichen Mitarbeiter dieses Seelsorgebereiches in St. Wilhelm versammelt zu (s)einer letzten Dekanatskonferenz. Das Dekanat (Gruppe von 10 Pfarreien) umfasst nicht alle und z.T. auch andere Pfarreien als die, die zum Pastoralen Raum Hamburg-Nordost und also zur neu zu gründenden Pfarrei „Seliger Johannes Prassek“ gehören werden.

 

Um diesem Treffen eine besondere Note zu geben, war der Organist und Komponist Andreas Willscher gebeten worden, ein Orgelkonzert auszurichten. Herr Willscher hatte die Idee, aus dem reichen Schatz seiner Orgelnotensammlung solche Stücke auszuwählen, die jeweils einen thematischen Bezug zu all den Pfarreien hatten, die in der Konferenz vertreten waren und die als Gemeinden ja weiter lebendig bleiben sollen. So kamen die Hörer in den Genuss eines sehr farbigen Orgelkonzertes, bei dem man verwundert darüber war, was unsere Orgel alles hergibt, wenn ein Meister sie spielt.

 

Die Dekanatskonferenz hat sicher auch den Geburtstag von Pastor Jansen aus Poppenbüttel gefeiert, der noch nicht lange zurücklag, und sie schaute voraus auf den Geburtstag unseres Pastors am Freitag, dem 28. März (er wird 70 Jahre), und auf seine Verabschiedung, die wir am Sonntag, dem 30. März 2014 im Hochamt um 10 Uhr und mit einem anschließenden Empfang in den Gemeinderäumen feiern.

 

Seien Sie herzlich eingeladen, daran teilzunehmen!

 Im Namen von KV und PGR:

Klaus Lutterbüse

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Jahresrückblick 2013

Liebe Gemeinde,

das nun zu Ende gehende Jahr 2013 hat uns viele überraschende Ereignisse erleben lassen, sowohl auf der Ebene der Weltkirche, als auch im Erzbistum Hamburg und nicht zuletzt natürlich  im Pastoralen Raum Hamburg-Nordost.

 

Im Bereich der Weltkirche überraschte die völlig unerwartete Rücktrittsankündigung  von Papst Benedikt XVI. am 11. Februar. Da dies ein Rosenmontag war, dachten viele bei uns in Deutschland zunächst an einen nicht schlechten Karnevalsscherz. Aber dem war nicht so, wie sich dann rasch herausstellte: Benedikt machte, wie Papst Coelstin vor 700 Jahren, von seinem Recht Gebrauch, das Amt, das er nach seiner Wahl durch freie Annahme übernommen hatte, auch zurückgeben zu können, wenn dies der Kirche und der glaubwürdigen Darstellung des Petrusamtes dienlich wäre. Benedikt sah sich außerstande, mit dem Abnehmen seiner Kräfte die Aufgaben noch umfassend wahrnehmen zu können, die sein Amt ihm auferlegte. Sicherlich standen dahinter auch viele enttäuschende Erfahrungen, die er mit Vertretern der Kurie machen musste, in der wohl z.T. Karrierestreben und mangelnde Kompetenz alle seine angestrebten Reformversuche scheitern ließen oder zu öffentlichen Pannen führten. Er kündigte gleichsam in einem mutigen Schritt die Zusammenarbeit mit diesen Leuten und flog am 28. Februar zunächst mit einem Hubschrauber in die päpstliche Sommerresidenz nach Castel Gandolfo, um später in eine klösterliche Wohnung in den Vatikan zu ziehen.

 

Eine ebenso große Überraschung war dann die Wahl seines Nachfolgers. Er war kein Italiener, er war kein Europäer; er kam aus Argentinien, gehört zum Jesuitenorden und gab sich als erster den Namen “Franziskus”. Gleich zeigte sich, dass dieser Name Programm war. Schlicht, ohne Hermelin-Mozetta, trat er nach seiner Wahl auf die Loggia, grüßte die erwartungsvolle Menge mit einem einfachen “Bona sera” und bat die Gläubigen um ihr Gebet für ihn, bevor er ihnen den Segen gab. Er blieb im Gästehaus des Vatikans wohnen, um unter Menschen zu sein; er bezahlte selber seine Rechnung; er blieb bei seinen Straßenschuhen; er wählte einen Kleinwagen statt einer Luxuslimousine; er wusch am Gründonnerstag jungen Strafgefangenen die Füße, unter denen sogar eine Muslimin war; er umarmte Leidende und stellte sich öffentlich den Anwürfen atheistischer Intellektueller. Seine erste Reise führte nach Lampedusa, an den italienischen Zielort vieler Afrikaflüchtlinge… Die Welt wusste nicht, was sie sah, sie traute ihren Augen nicht. Hier wurde nicht in erster Linie auf die reine Lehre geachtet, auf die “Orthodoxie”. Hier wurde diese Lehre umgesetzt in ein überzeugendes Handeln; hier ging es um “Orthopraxie”. Papst Franziskus wird sicher nicht die Sixtinische Kapelle in ein Flüchtlingslager umwandeln, aber ihm liegt an einer Kirche, die auf die Menschen zugeht und sie aufsucht in ihren oft schwierigen Situationen. Er handelt wie der Hausvater in Jesu Gleichnis vom “verlorenen Sohn”, der ja auch diesem Sohn entgegeneilt, ihn in seine alten Rechte wieder einsetzt und ihm sein Haus öffnet. Hier werden nicht zuerst die Rückkehrbedingungen diskutiert und ausgehandelt, wie es der ältere Bruder im Gleichnis wünscht, der selbstgerecht aburteilend und abwartend beiseite steht.

Von dieser Grundhaltung her möchte Papst Franziskus die Kirche erneuern. So hat er sich ein Beratergremium an die Seite geholt, um mit ihm, wo  es nötig ist, verkrustete Verwaltungsstrukturen der römischen Kurie aufzubrechen und den Herrschaften dort klarzumachen, dass sie nicht da sind, um Macht auszuüben, sondern um der Kirche, dem Volk Gottes in allen Regionen der Weltkirche zu dienen.

 

Papst Franziskus möchte, wie es scheint, eine überstarke Zentrierung auf Rom zurücknehmen und den regionalen Kirchen und ihren Bischöfen mehr Verantwortung übergeben. Mag sein, dass er sich dabei leiten lässt von der synodalen Struktur der orthodoxen Patriarchatskirchen.

 

Damit sind wir thematisch im Bereich unseres Erzbistums angekommen. Hier verstarb am 29. Juli im Alter von 86 Jahren Alt-Erzbischof Ludwig Averkamp. Er war von 1995 bis 2002 der erste Erzbischof des nach Jahrhunderten wiedererrichteten Erzbistums Hamburg. Er wirkte mehr aus dem Hintergrund, und ein besonderes Anliegen war ihm, besonders in der Zeit seines Ruhestandes, die Wiederbelebung des Gebetes, der Gebetspraxis, die er im Leben der Kirche mehr und mehr gefährdet sah.

Sein Nachfolger wurde Dr. Werner Thissen, eher ein Mann der Öffentlichkeit. Er feierte am 3. Dezember seinen 75. Geburtstag und musste oder konnte nun dem Papst seinen Rücktritt anbieten. Wie man hört, wird der Papst gleich Anfang des nächsten Jahres diesem Gesuch stattgeben. Dann wird es einen Erzdiözesan-Administrator geben, bis endlich ein neuer Bischof gefunden ist und feierlich eingeführt wird, um diese bunte Erzdiözese in der katholischen Diaspora mit ihren rund 400.000 Katholiken aus über 80 Nationen neu zu übernehmen.

Ich habe anlässlich seines 75. Geburtstages versucht, das Wirken von Erzbischof Thissen in einigen Versen zu würdigen, und vielleicht ist es nicht unpassend, diese Zeilen hier einzufügen:

 

Erzbischof Werner Thissen zum 75. Geburtstag

 

Gesandt an Hamburgs Elbestrand,

war bald er heimisch hier, bekannt,

warf Anker, sah zugleich sich um

im weitgedehnten Erzbistum,

wusst‘ auf die Menschen zuzugehen,

wollt‘, sie befragend, sie verstehen,

hört‘ ihnen zu und wusst‘ im Nu,

wo ihnen wirklich drückt‘ der Schuh,

und oft geschah’s, dass wunderbar

dann manches neu geregelt war,

was, weil ein Kirchbeamter bockte,

nicht vorwärts kam, quer lag und stockte.

 

So trug er bei zur Harmonie,

schätzt‘ auch Musik und Poesie,

die, neben bildnerischer Kunst,

recht hoch rangier’n in seiner Gunst.

So sprach er gern, an manchem Ort,

zu manch Konzert ein deutend Wort.

 

Doch was noch mehr den Bischof ehrt,

ist, dass zu hören man begehrt,

wie er das Gotteswort so kündet,

dass es die Menschenherzen findet.

Das wirkt bis an der Kirche Rand

und gibt im „Zeitenwirbel“ Stand,

so dass kühn Zukunft wir erträumen

in neuen Pastoralen Räumen,

die Sie nun noch, bevor Sie gehen,

mit Weitsicht haben kommen sehen.

Die neu entdeckte Laienwürde

empfinden manche noch als Bürde.

Drum würden viele gern es sehen,

der Papst ließ‘ Sie nicht gleich schon gehen…

 

Zumindest schenk Ihr Ruhestand

uns manchen schönen Predigtband,

der uns erklärt, was Jesus meinte,

als er um Unbekehrte weinte;

der uns vertraut macht, ohn‘ zu schonen,

mit Jesu wahren Intentionen.

 

Das würd‘ Ihr Lebenswerk bekrönen,

mit Ihrem Abschied uns versöhnen,

zu dem wir nicht versäumen wollen,

Respekt und tiefsten Dank zu zollen.

 

Gott schütz‘ Sie auf nun neuen Wegen

mit seinem fürsorglichen Segen!

 

 

Es klang in diesen Zeilen schon an: Verschiedene Gründe führten dazu, dass die Leitung des Erzbistums sich in den letzten Jahren gezwungen sah, bisherige Einzelgemeinden, wie es auch in anderen Bistümern geschieht, in einen größeren Pastoralen Raum zusammenzuführen. Bei uns in Hamburg-Nordost kommt dieser Vorgang nun an sein Ziel. Die Gemeinden Heilig Geist, Farmsen, Heilig Kreuz, Volksdorf, Sankt Bernard, Poppenbüttel, Mariä Himmelfahrt, Rahlstedt, und St. Wilhelm, Bramfeld, behalten zwar als Gemeinden ihren bisherigen Namen, wachsen aber zusammen zu einer einzigen Pfarrei, die einen einzigen Kirchenvorstand und einen einzigen Pfarrgemeinderat bilden wird, in dem alle diese Gemeinden in einer noch näher zu bestimmenden Form repräsentiert sein sollen. Hier liegt die zentrale Verwaltung, hier wird über die Mittelzuweisung und andere wichtige Fragen entschieden. So können wir froh sein, dass nach fünf Jahren zähen Ringens mit der entsprechenden erzbischöflichen Behörde nun doch die Kinderkrippe gebaut werden kann, an der uns so viel liegt. Das verdanken wir der Energie und dem Einsatz unseres Kirchenvorstandes.

So  soll es auf der örtlichen Ebene innerhalb der künftigen Pfarrei natürlich auch weiterhin Verantwortliche geben, möglicherweise auch Ausschüsse. (Hoffentlich führen uns die Überlegungen am Gremientag am 22. Februar da ein Stück weiter; hier sind nicht nur die gewählten Gremien unserer Gemeinde eingeladen, sondern alle, die sich für das künftige Gemeindeleben interessieren.) Alle Beurkundungen (z.B. über Taufen und Eheschließungen) werden zukünftig dann vom zentralen Pfarrbüro vorgenommen.

Nicht jede Gemeinde wird in Zukunft einen eigenen Priester am Ort haben. Bei uns wird Pastor Schröder Ende März des kommenden Jahres in den Ruhestand gehen, und kurz danach werden auch Pastor Staudt in Volksdorf und Pastor Jansen in Poppenbüttel diese Altersgrenze erreichen. Dann werden die Pallottiner in Rahlstedt von Rahlstedt aus die Seelsorge reihum übernehmen. Das bedeutet, dass die Zeiten für die sonntäglichen und sonstigen Messfeiern so aufeinander abgestimmt werden müssen, dass diese Versorgung auch realisiert werden kann. Welche Rolle dabei eventuell auch sogenannte Wortgottesfeiern (mit Kommunionausteilung) spielen werden, muss sich noch ergeben. In unserer Gemeinde sind drei Männer für diese Aufgabe ausgebildet und vom Erzbischof beauftragt worden: Ralf Avermeyer, Klaus Lutterbüse und Wolfgang Spallek. An jedem ersten Freitag im Monat laden sie jetzt schon um 19 Uhr unter dem Motto “Abendlob und Abendbrot” zu einem solchen Wortgottesdienst ein und werden in seltenen Fällen, wie es aussieht, auch einmal einen samstäglichen Vorabendgottesdienst gestalten.

Für die Eucharistiefeiern halten sich, wie gesagt, die Pallottiner bereit. Weil diese von Rahlstedt aus agieren, hat man als Adresse der neuen Pfarrei, die offiziell am 29. Juni nächsten Jahres gegründet wird, die Rahlstedter Gemeindeanschrift gewählt: Oldenfelder Straße 23, 22143 Hamburg.

 

Der Name der Gemeinde in Rahlstedt wird aber nicht als Name der neuen Pfarrei übernommen. Alle Gemeinden konnten Vorschläge für den Namen der Pfarrei machen. Über die Pfarrgemeinderäte kamen die meistgenannten Vorschläge in den Gemeinsamen Ausschuss. Dort gab es mehrere Wahlgänge, aber keiner der Vorschläge erhielt die geforderte Zweidrittelmehrheit, ja am Ende ergab sich ein klares Patt: “Peter und Paul” und “Seliger Johannes Prassek” standen sich völlig gleich bewertet gegenüber. Da half nichts: Nun musste der Erzbischof entscheiden. Er entschied zugunsten des “Seligen Johannes Prassek”, zugunsten also eines der drei (bzw. vier) Lübecker Märtyrer.

 

Mag sein, dass bei dieser Entscheidung auch die Tatsache eine Rolle gespielt hat, dass Erzbischof Thissen am 3. November 2003 den Seligsprechungs-Prozess dieser Geistlichen in Gang gesetzt hat, der am 25. Juni 2011 in Lübeck dann auch in einem feierlichen Pontifikalamt an sein Ziel kam (und wenig später auch zur Komposition eines Oratoriums führte, das am 17. März diesen Jahres in Wandsbek uraufgeführt wurde).  Andere Gründe für die Wahl des Pfarreinamens mögen gewesen sein, dass dieser Priester Johannes Prassek in Hamburg aufgewachsen ist, sogar in der Region des Pastoralen Raumes. Seine Eltern, die erst ein Jahr nach seiner Geburt geheiratet haben, wohnten zunächst in Barmbek. Seine Mutter war eine tiefgläubige Konvertitin, sein Vater stand den religiösen Dingen eher gleichgültig gegenüber und nahm auch nicht an seiner Primiz teil. Der kleine Johannes besuchte von Ostern 1918 an die noch nicht lange bestehende katholische Volksschule in der Elsastraße, kam dann auf das katholische Progymnasium am Alsterufer und erlebte die letzten Jahre bis zum sehr gut bestandenen Abitur am traditionsreichen Johanneum, an dem katholische und jüdische Kinder nur eine verschwindende Minderheit bildeten.

Während dieser Jahre hatte ein junger, engagierter Vikar, als er Rektor des Wilhelmstiftes und Pastor in Rahlstedt wurde, den aufgeweckten Ministranten gefördert. Auch die Herz-Jesu-Schwestern des Wilhelm-Stiftes schlossen ihn in ihr Herz; sie schenkten ihm zu seiner Primiz 1937 in Volksdorf ein Messgewand, das es heute noch gibt.

Seine philosophisch-theologischen Studien führten Prassek zunächst an die philosophisch.theologische Universität St. Georgen  nach Frankfurt, dann nach Münster. Neben seinen Hauptfächern interessierte sich der Student auch für Kunst und Musik. Als zur Zeit der großen Arbeitslosigkeit seine Eltern das Studiengeld nicht mehr aufbringen konnten, bat er den Bischof, ihn zu beurlauben, um sein Studium finanzieren zu können. Zum Glück fanden sich Förderer, die in dieser Situation halfen. Prassek trat auch in eine Studentenverbindung ein und war überall gern gesehen. Er war bald ein “Hans Dampf in allen Gassen”: begabt und unternehmungslustig, war er stets zu Späßen und Schabernak aufgelegt. Inzwischen hatten die Nazis die Macht übernommen, und hier und da wurden schon Professoren, die den “Deutschen Gruß” verweigerten, zwangspensioniert oder gar verhaftet.

 

Im Priesterseminar in Osnabrück stieß der Student wegen seines burschikosen Auftretens und seiner freimütig geäußerten kritischen Ansichten nicht immer auf Zustimmung. Er sprach sich gegen gewisse Andachtsformen aus und stellte das übermäßig häufige Beichtenmüssen in Frage.

 

Nach seiner Priesterweihe am 13. März 1937 im Osnabrücker Dom und seiner Heimatprimiz am 4. April in der Heilig-Kreuz-Kirche in Volksdorf wurde er zunächst 1 ½ Jahre sehr beliebter Vikar im mecklenburgischen Wittenberg, bevor er im April 1939 seine neue und endgültige Stelle als Kaplan an der Herz-Jesu-Kirche in Lübeck antrat. Hier wirkte er zusammen mit dem Kaplan Hermann Lange und dem Adjunkt Eduard Müller und kam in Kontakt mit dem evangelischen Pastor Karl Friedrich Stellbrink. Hier erteilte er Religionsunterricht für die wenigen katholischen Schüler der Lübecker Gymnasien; hier gab es Gesprächskreise für junge Männer und Soldaten, in denen freimütig über Maßnahmen der Nazis, über Nachrichten aus den sogenannten Feindsendern, über die Predigten des Bischofs von Galen, des Löwen von Münster, diskutiert wurde; ja hier wurden diese Predigten kopiert und verbreitet, und hier entschied sich das weitere Schicksal der jungen Priester: Ein Spitzel, der sich unter Vortäuschung einer Konversionsabsicht in diesen Gesprächskreis eingeschlichen hatte, verriet sie an die Gestapo. Dabei hatte man Prassek noch 14 Tage vor seiner Verhaftung wegen seines mutigen Einsatzes während des schweren Luftangriffs auf Lübeck im März 1942 “im Namen des Führers und Reichskanzlers” das Luftschutz-Ehrenabzeichen zweiter Stufe verliehen.

Nach Hausdurchsuchungen kam Prassek nun, wie auch seine beiden Mitkapläne, in Haft; er, der bekannt war wegen seiner Lebenslust, wegen seiner Freude am Gesang; er, der beliebt war wegen seiner Predigten; er, der das Kontaktverbot durchbrach und mit den polnischen Fremdarbeitern Beichtgespräche führte und heimlich die Kinder taufte, die in Lagern und Baracken der polnischen und russischen Zwangsarbeiterinnen geboren wurden. Über die Zeit der fast zweijährigen Gefangenschaft haben wir viele Briefe, die uns über die Erfahrungen von Hunger, Kälte und Einsamkeit informieren, die Prassek, der an Magenproblemen litt, durchmachen musste. Sie zeigen, wie er heranreift zu einem Ja, in dem er bereit ist, sein bald schon vorausgeahntes Todesurteil anzunehmen. Anzunehmen im Blick auf den Weg Jesu, der voranging durch Leid und Tod zur österlichen Herrlichkeit jenseits des Todes, in das Leben der Fülle beim vollendenden Gott. Wenn ich diese Texte der Lübecker Märtyrer in der Schule mit den Schülern beim Thema “Hoffnung auf Auferstehung” las, bemerkte ich oft echte Betroffenheit. Diese Abschiedsbriefe an die Eltern und an den Bischof Wilhelm Berning wurden von den Nazi-Behörden wegen der in ihnen so freudig und klar ausgesprochenen Zuversicht nicht weitergeleitet; sie wurden einbehalten und gelangten erst 60 Jahre später ans Licht der Öffentlichkeit.

 

Am 10. November 1943 wurden die vier Geistlichen in Hamburg mit dem Fallbeil hingerichtet. “Sie verurteilten”, so formuliert es ein kleiner Flyer über die Lübecker Märtyrer, “sie verurteilten die Diktatur, den Krieg und die Ermordung geistig und körperlich Kranker und betreuten Zwangsarbeiter. So widerstanden sie dem alles umfassenden Anspruch der Herrschenden. In ökumenischem Geist hatten sie sich gegen die Lüge gewandt und für die Wahrheit eingesetzt. Sie hatten das Unmenschliche des nationalsozialistischen Regimes beim Namen genannt und dafür gesorgt, dass auch andere Menschen in ihrer Umgebung das Unrecht wahrnahmen. Ihr Glaube hatte für sie unmittelbare praktische und politische Relevanz.”

Kann unsere neue Pfarrei, der wir nun bald ganz formell angehören, nicht stolz sein, den Namen “Seliger Johannes Prassek” zu tragen?

 

Ich möchte schließen mit dem Gebet, das Erzbischof Thissen zusammen mit dem evangelischen Bischof Gerhard Ulrich im Blick auf die Lübecker Märtyrer verfasst hat:

 

Gütiger Gott, zu allen Zeiten rufst du aus unserer Mitte Menschen, die sich ganz durch dein Wortnprägen lassen und deren Leben ein bewegendes Zeugnis deiner Barmherzigkeit ist.

Wir danken dir für den Glauben deiner Diener Hermann Lange, Eduard Müller, Johannes Prassek und Karl Friedrich Stellbrink. Gemeinsam erwiesen sie dir unter der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten unerschrocken die Treue. Für ihre Liebe zu dir und zu den Menschen gingen sie in den Tod.

Wir bitten dich, lass uns stets für das Leben dieser Männer dankbar sein: für ihren starken Glauben, ihre unbezwungene Hoffnung, ihre große Liebe. Gib uns die Kraft deines Geistes und lass uns teilhaben an ihrer Wahrhaftigkeit.

Dir sei ewig Lob und Dank durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.

 

 Das Kita-Brückenjahr

 

So manch einem ist es schon aufgefallen:

Am ehemaligen Mutter-Kind-Raum befindet sich seit einem Jahr die Beschriftung „Kita-Brückenjahr“.

Vielleicht hat sich der Eine oder Andere schon gefragt, was es damit auf sich hat. Dazu möchte ich ein wenig ausholen:

Hamburg ist das einzige Bundesland, in dem es vor dem Eintritt in die erste Klasse die sog. Vorschule gibt. Die wenigsten jedoch wissen, dass es den Eltern freigestellt ist, ob sie ihr Kind in dem letzten Jahr vor der Einschulung in einer Vorschule an einer Grundschule anmelden, oder aber ihr Kind ein weiteres Jahr im Kindergarten belassen. Dort hat es die Möglichkeit am sog. „Kita-Brückenjahr“ teilzunehmen.

In unserem St. Wilhelm Kindergarten sieht das „Kita-Brückenjahr“ so aus:

–      Die Vorschulkinder werden zweimal in der Woche aus dem „normalen“ Kindergartenbetrieb herausgenommen und  im „Brückenjahr-Raum“ von einer Erzieherin betreut. Die Kinder sollen durch die zusätzlichen Angebote auf die Lebensrealität Schule vorbereitet werden. Die Angebote werden individuell an die Vorschulgruppe angepasst, d.h. entsprechend ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten. Durch die Partizipation der Kinder wird ihnen die Möglichkeit geboten, aktiv das Vorschulprogramm mitzugestalten.

–      Im Kita-Brückenjahr lernt ein Kind bei uns:

–      – Zahlen, Mengen, Formen (mathematische Grundkenntnisse)

–      – Sprache, Buchstaben, Schrift (Sprachkompetenz)

–      – Forschen, Entdecken, Experimentieren (Naturwissenschaft)

–      – Lieder, Tänze, Bilder (musische Bildung)

–      – Ich, Du, Wir – soziale Kompetenz

–      – Bewegung und Entspannung (Motorik)

–      – Freude, Stolz und Zuversicht (emotionale Kompetenz)

–      – Das Lernen lernen

 

Neben gezielten Angeboten in diesen Bereichen werden mit den     Kindern vielfältige Ausflüge in die nähere (und vielleicht auch weitere) Umgebung unternommen, um so den Blick zu schärfen für die weitere Umgebung, die gerade für ein angehendes Schulkind einen breiten Erfahrungsschatz birgt (Verkehrserziehung; Ausflüge in die Bücherhalle; Besuch des Wochenmarktes; Besuche im Umweltzentrum „Gut Karlshöhe“; Teilnahme am Umweltprojekt „Wilma bei den wilden Weiden“…).

 

Dieses Kita-Brückenjahr bieten wir nun bereits im zweiten Jahr an.

Auch wir Erzieherinnen stehen mit diesem Angebot vor neuen Herausforderungen, die wir freudig und mit großem Engagement angenommen haben.

 

Mariele Krogmann

(Kindergartenleiterin)

 

Endlich Sommer!

 

Nachdem der Sommer soooo lange auf sich warten ließ, startete er in der Kalenderwoche so richtig durch und bescherte uns im Kindergarten am 8. Juni ein Sommerfest mit traumhaften Temperaturen.

44 Kinder mit ihren Familien versammelten sich auf dem Gartengelände, wo viele kleine Attraktionen warteten:

Schatzsuche im Sandkasten

Dosenwerfen

Brezelwettessen

Papierfliegerweitflug …

 

Doch ein Kind hatte sich eine besondere Überraschung ausgedacht:

Kita-Clown.JPG

Juri wollte mit seinem Vater (von Beruf Clown) eine Clownvorführung für die Kinder seines Kindergartens geben. Niemandem hatte er das vorher verraten. So zogen alle Kinder mit ihren Eltern um 15 Uhr ins Gemeindehaus, um dort eine Überraschung zu erleben. Und diese war Juri wirklich gelungen. Sehr überzeugend und mit großer Ernsthaftigkeit assistierte er seinem Vater bei den Clowndarbietungen. Und das Tollste: Juri konnte sogar eigene Zaubertricks vorführen. Den Applaus seiner Kindergartenfreunde und –freundinnen hatte er damit allemal verdient.

 

Doch es gab noch einen weitere Höhepunkt:

Aus einer großen Kostümkiste durften sich die Kinder eine Verkleidung wählen. Frau Schwarz (eine Kindergartenmutter) setzte die Kinder dann gekonnt in Szene und fotografierte sie. Doch schon bald hatten auch die Eltern der Kindergartenkinder diese Bühne für sich entdeckt und man „stritt“ sich um die schönsten Hüte und Handtaschen. Entstanden sind wunderschöne Nostalgiebilder von Kindern und Eltern.

Zum Bild des Tages wurde dabei das folgende Bild gewählt:

Kita-Nostalgiefoto.jpg

Alles in allem ein schönes Fest, von dem Jung und Alt noch lange erzählt haben.

Mariele Krogmann, Kindergartenleitung

Zur Erstkommunion gingen am Sonntag, dem 26.05.:

Bell, Anna Lena

Eisenhardt, Timo

Ezukam, Georgina Chinonso

Faroß, Lilly Cecilia

Feyand, Quentin Odin

Junker, July Maria

Kapuscinski, Szymon

Medukic, Samuel

Poost, Meike

Rückel, Johnson-Dede

Samsel, Angelina

Sander, Haylie

Voß, Carolina

Winkler, Sophie

 

 

„Eine Sternstunde für Wandsbek!“

 So urteilten Zuhörer, nachdem der lebhaft-bewegende Beifall abgeklungen war. Die Uraufführung des Oratoriums „Ans Licht“ über die Lübecker Märtyrer von Andreas Willscher in der katholischen Pfarrkiche St. Joseph in Hamburg-Wandsbek am 17. März 2013 war ein großer Erfolg. Offensichtlich hatten die Texte, die Klaus Lutterbüse aus zeitgeschichtlichen und biblischen Dokumenten, vor allem aus den Abschiedsbriefen der Märtyrer zusammengestellt hatte, den Komponisten zu genialer Vertonung inspiriert, und unter der Leitung von Frank Vollers wurde das Werk eindrucksvoll dargeboten. Rede- und Brieftexte waren den Vokalsolisten zugeordnet, Gedichte und Bibeltexte lagen in der Verantwortung des Chores. So kam es zu einem bewegenden Wechsel in der Aufeinanderfolge der Stücke, der durch die Instrumentalbesetzung, die aus aufführungspraktischen Erwägungen bewusst klein gehalten war, wirkungsvoll unterstützt wurde.

Hatte der Erzbischof in seinen einführenden Worten noch daran erinnert, dass Uraufführungen oft noch nicht erkennen lassen, ob einem Werk eine weitere Zukunft beschieden sein wird, so sprach Regens Benner in seinen Dankesworten doch gleich schon den lebhaften Wunsch aus, das Werk in Lübeck erneut aufzuführen, wenn dort der Umbau der Herz-Jesu-Kirche, an der die drei katholischen Kapläne gewirkt hatten, und die Errichtung der Gedenkstätte abgeschlossen sein werde. Andere Stimmen wünschten sich lebhaft auch eine Aufführung im Hamburger Mariendom.

 

Krippenfeier, Christmette und

Weihnachtspunsch

 

Auch in diesem Jahr (2012) rundete – befeuert durch den fast schon traditionellen Ausschank von Weihnachtspunsch – das Treffen der Christmettenbesucher im Gemeinderaum die Feier der Geburt des menschgewordenen Erlösers mit lebhaften Gesprächen und fröhlichen

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Weihnachtswünschen ab. Zuvor war – vor den wieder machtvollen, reich geschmückten Tannenbäumen – die weihnachtliche Liturgie gefeiert worden, der der Kirchenchor und das Kammerorchester Bünger aus Poppenbüttel Glanzlichter aufzusetzen wussten. Ein besonderes Highlight war der frische, klar konturierte Trompetenton, mit dem Richard Spallek zu passenden Gelegenheiten die Mitfeiernden überraschte.

Die immer wieder bewunderte Krippe kam besonders in der sehr gut besuchten Krippenfeier am Nachmittag zur Geltung, als Ruth Marheinecke als Erzählerin ihre junge Spielschar durch die

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Handlung leitete, in der Maria und Josef sich, biblischer Weisung gemäß, auf den Weg nach Betlehem begaben, wo sie, wie man weiß, nicht überall freundlich aufgenommen wurden, dann aber von armen Hirten den entscheidenden Tipp erhielten. An passenden Stellen schaltete sich der Kinderchor von Beate Kisters, in Engelsgewänder gekleidet, mit dazu abgestimmten

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Liedern ein, die die Kleinen zwar mit Inbrunst sangen, ohne aber darauf zu verzichten, hier und da dem Papa in den Bänken aus dem Chor heraus fröhlich zuzuwinken. Georg Kisters half mit musikalischen Stützakkorden.

So kann die lukanische Weihnachtsgeschichte immer neu die Herzen von Jung und Alt erobern und der tiefen Sehnsucht der Menschen Anhalt geben, die  nach Angenommensein, nach Zuversicht und angstfreier Geborgenheit suchen. Ihnen gilt die Botschaft: „Fürchtet euch nicht. Euch ist heute der Retter geboren. Deshalb gebührt Anerkennung und Ehre dem Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seiner Huld…“

 Klaus Lutterbüse

 

Gelungener Chor- und Gemeindeausflug

 Es war eine gute Idee, den Ausflug, den der Kirchenchor aus Anlass seines bevorstehenden Jubiläums plante, zu einem Ausflug für die ganze Gemeinde zu machen. So konnte am Sonntag, dem 12. August, ein voller großer Bus aus St. Wilhelm starten, dem sich sogar noch einige Privat-PKWs anschlossen. Ziel war Schleswig. Dort empfing uns die katholische St. Andreas-Gemeinde mit einem Kaffee, und die Mitwirkung des Chores im Gottesdienst um 11 Uhr, bei dem Pfarrer Schröder konzelebrierte, fand großen Beifall.

Das gemeinsame Mittagessen war in Missunde an der Schlei schon vorbestellt, und alle hatten unter mehreren Gerichten vorweg schon wählen können.

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Ab nun teilte sich die Ausflugsgemeinschaft: eine Gruppe blieb gleich in Missunde und wartete auf das Boot zur Schleifahrt; alle anderen nahm der Bus mit zurück nach Schleswig, und dort besichtigte eine Gruppe den ehrwürdigen Petri-Dom mit dem Kreuzgang, eine andere machte sich auf zu einem geführten Stadtrundgang und der Rest wurde vom Bus in Haithabu abgesetzt, zur Besichtigung des Wikinger-Museums und der rekonstruierten Wikingerhäuser. Sie erinnern an die Zeit, in der Haithabu, später überholt durch Schleswig, ein wichtiger Handelsplatz war, an dem Dänen, Friesen, Sachsen und Slawen aufeinander trafen und ihre Waren tauschten.

Hierher nach Haithabu brachte der Bus alle Teilgruppen gegen 18 Uhr wieder zusammen, und nach einem kurzen Besuch in der kleinen Andreaskirche begann die Rückfahrt. Diese kleine Kirche, die einen Marien-Schnitzaltar, eine Christophorusfigur und ein bedeutsames, überlebensgroßes Kreuz birgt, steht wahrscheinlich an der Stelle, an der Ansgar, der frühe Missionar des Nordens, schon im neunten Jahrhundert eine kleine Holzkirche errichtet und der Gottesmutter geweiht hatte. Wir trugen dem Rechnung mit einem „Magnificat“ und einem Gemeinsamen Lied.

Herzlicher Dank gebührt den Vorbereitern und Organisatoren dieser rundum gelungenen Ausfahrt, unter denen besonders Frau Regina Kittel genannt werden sollte.

Klaus Lutterbüse